Verein der Heimatfreunde Niederaußem - Auenheim e.V.
Verein der Heimatfreunde Niederaußem - Auenheim e.V.

Bildstock „Rette deine Seele“

auf dem rekultivierten Tagebau Bergheim

 

Am Rande des Bethlehemer Waldes im "Dreiorteeck" von Bergheim, Oberaußem und Niederaußem stand in der Gemarkung Niederaußem eine Lavagrotte. Hier wurde die Muttergottes verehrt. Dieser Bildstock wurde bezeichnet als „Rette deine Seele“.

Von dieser erhöhten Stelle, von 116 m über dem Meeresspiegel auf dem Villerücken, hatte man einen weiten, ausladenden Blick nach Niederaußem, das in der Niederung wie ein „Teller“ gelegen war.

 

 

Der Standort „Rette deine Seele“ war Abschiedsort und Ankunftsort in vielen Jahrhunderten für die heimatverbundenen Menschen aus Niederaußem. Hier an dieser Glaubensstation wurden Fürbitten zur Marienverehrung gesprochen. Für viele Soldaten die ins Feld zogen oder aus dem Krieg nach Hause kamen, war dieser Ort von besonderer Bedeutung. Viele Pilgerer machten Rast auf dem Weg zum Bergheimer Gnadenbild aus dem ehemaligen Kloster Bethlehem.

 

 

Der Bildstock „Rette deine Seele“ wurde wegen der Braunkohlengewinnung im Großtagebau Fortuna-Garsdorf in den Jahren 1955 abgerissen.

Jetzt wurde der Bildstock auf Anregung der Niederaußemer Heimatfreunde und der Bürgerschaft, von RWE – Power wieder an gleicher Stelle errichtet.
Dafür ein herzliches DANKESCHÖN.

 

 

Die KG-Fidele Geister Niederaußem-Auenheim übernahm die Patenschaft für die Pflege und Unterhaltung dieses Bildstockes. Bürgermeisterin Maria Pfordt freute sich, in der KG Fidele Geister viele gefunden zu haben, die zur Pflege der „für das Gesicht einer Stadt“ so wichtigen Erinnerungsstätte „bereit stehen und Zeit opfern“.

 

 

Der Bilderstock „Rette Deine Seele“ wurde am 8.September 2012 eingeweiht.

 

Das Bildstöckchen fügt sich in eine ganze Reihe von Erinnerungsstätten auf der Rekultivierung des ehemaligen Tagebaues Bergheim ein wie z.B. das Laufrad einer Turbine am Punkt des Kraftwerks Fortuna, Findlinge und andere Wegmarkierungen am Fundort der ersten Kohle, an der ehemaligen Ortschaft Fortuna oder am abgebaggerten Kloster Bethlehem .

 

 

Legende:
 

 

Bethlehem


Es pochte am Forsthaus spät in der Nacht:
„Waldhüter, Waldhüter, aufgemacht!
Habt Ihr´s noch nicht vernommen?
In Bergheims Kirche brach man ein
Und raubte aus des Altares Schrein
Den Kelch, die Monstranz mit der Hostie rein,
die Räuber sind entkommen.

Sie nahmen den Weg hier hinauf zum Wald“.
„Ging eben zur Ruhe. Komme bald,“
Sprach der Alte „Nun wollen wir suchen“.

Und die Flinte griff er von der Wand;
Der Küster nahm die Laterne zur Hand;
Und die Augen ins nächtliche Dunkel gespannt,
streiften die zwei durch die Buchen.

Der Diebe Spuren fanden Sie nicht,
doch strahlte beim Heimgang ein helles Licht,
wo dunkel die Tannen standen.
Da funkelt und leuchtet, das glänzt und glüht,
noch heller , wie ein Demant sprüht.
Doch wie Sie sich nach dem Grunde bemüht,
den Urquell des Lichts Sie nicht fanden.


„Ich sag´s dem Pfarrer und künd´ es dem Amt,
die mögen ergründen, woher es stammt
Und ob ein Wunder geschehen.
Gute Nacht, Waldhüter. Wir merken den Ort.
Sehr, langsam verglimmet das Glühen dort!
War´s Elfengeschmeid, eines Zwergleins Hort?
Das werden morgen wir sehen.“


Mit grübelndem Herzen ging Krämers zu Ruh.
Der alte Förster sann immerzu
Des Lichtleins im dunklen Grünen.
Und als am Morgen der Pfarrherr kam,
den Kirchner und Vogt mit zum Walde nahm,
da schildert berebdt er, wie wundersam
das Licht ihnen gestern erschienen.

Man kam an den Ort, wo der Lichtquell quoll.
da rief der Priester, des Staunens voll:
„Ein Zeichen Gott uns sendet!“
Eine Hostie hob er vom grünen Grund,
und bebend sprach sein frommer Mund:
„Die Frevler mach uns, Heiland, kund,
die deinen Leib geschändet!“


Und zum Boden bückte der Vogt sich drauf.
Ein Messer hob er vom Wegrand auf;
Das machte zur Schau nun die Runde.
„Solch Messer hab´ ich in Aachen bestellt.
Dem Kirchenmeister drüben von Wiedenfeld.
Sehr hier: Maria, von Glorie umhellt!“
So klang´s aus dem Mesners Munde.

Man ging zur Kirche; man ging zur Vogtei.
Man rief des Kirchmeisters Weib herbei:
„Mein Mann ging am Abend von Hause.
Den Brudermeister nahm er mit.
Gen Bergheim lenkten Sie ihren Schritt.
Kein Mensch kann sagen, wie schwer ich litt
Die Nacht in einsamer Klause.“

Und als er das Messer ihr zeigte dann,
erkannte sie´s, und ein Jammern hub an:
„Mein Gott, was ist geschehen?!

Mein Mann beging einen feigen Mord?“
„Das Heiligste stahl aus der Kirche er fort!“
Das traf die Arme wie Donnerwort.
Man hat Sie nicht mehr gesehen.

Am Erzbusch büßten an Galgen und Rad
Die ruchlosen Meister die Freveltat.
Sie wurden ehrlos begraben.
Doch an dem Ort, wo Krämers geschaut
Das strahlende Licht, da hat er gebaut
Ein Kreuz mit Maria Bildnis traut.
Bald flossen reichlich die Gaben.

Ein schmuckes Kapellchen schon bald er begann
Maria zu weihen im dunklen Tann;
Und als viel Gnade beschieden,
da bauten die Mönche am Waldesrand
ein Kloster, und „Bethlehem“ ward genannt
Seit jener Zeit im Bergheimer Land
Die Stätte, wo Glaube und Frieden.

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Loni Schneider