Verein der Heimatfreunde Niederaußem - Auenheim e.V.
Verein der Heimatfreunde Niederaußem - Auenheim e.V.

 

 

Wegekreuz Frauweiler

 

 

 

Zitat von Norbert Esser: „Dieses Kreuz sowie das Kreuz auf der Wiedenfelder Höhe sollen an Orte erinnern, die wir gekannt haben; unsere Nachkommen jedoch nur noch vom Hörensagen oder aus Büchern kennen werden.“

Das Wegekreuz ist das 9. Wegekreuz, welches die Heimatfreunde seit ihrer Gründung aufgestellt haben.

 

Es steht auf der Rekultivierungsfläche vom Tagebau Fortuna/ Garsdorf, an der Straße von Bedburg-Rath nach Bedburg.

Das Eisenkreuz stammt von dem abgeräumten Friedhof an der Glessener Kirche und wurde von den Heimatfreunden restauriert.

Das Kreuz steckt in einem Findling aus rötlichem Sandstein, welches von RWE-Rheinbraun hierher gebracht wurde.

Mitarbeiter des Tagebau Hambachs stellten das Kreuz auf.

 

 

 

Aufbau des Kreuzes

Im unteren Teil ist Relief eines Engels.
 

 

Der mittlere runde Teil ist von einem Lorbeerkranz umfasst. In der Mitte ist die St. Lucia-Kirche von Frauweiler dargestellt. Über der Kirche steht: „Zur Erinnerung an die Klosterkirche“; unter der Kirche steht.“ St. Luzia Frauweiler. Dieses mittlere Stück wurde von RWE-Power angefertigt und den Heimatfreunden gesponsert.
 

 

Der obere Teil ist das Kreuz mit dem silberfarbenen Korpus Christi. Ganz oben im Kreuz ist ein Kopf eines Engels (Pute).
 

 

Neben dem Wegekreuz steht auch ein großer Findling mit einer Schild, worauf steht:“ Zur Erinnerung an die Ortschaft Frauweiler, die durch ihre Umsiedlung Platz gemacht hat für den größten Braunkohltagebau der Welt – Tagebau Fortuna/Garsdorf“.
 

 

Das Wegekreuz und der Gedenkstein wurde am 18. Oktober 2002 von Pfarrer Johannes Koch eingeweiht.
 

Anwesend waren:

· Norbert Esser, Vorsitzender der Heimatfreunde Niederaußem – Auenheim,

· Direktor Dr. Gärtner, Tagebau Hambach,

· Josef Erhardt, ehemaliger Bewohner von Garsdorf,

· H. Förster, Ortsvorsteher Bedburg-Rath,

· Klaus Gülden, Ortsvorsteher Auenheim,

· Rolf Kremer, Ortsvorsteher Niederaußem

 

 

Geschichte von Frauweiler:

Um 1117 schenkte die Witwe des Grafen von Liedberg ihren gesamten Besitz, der sich bei Bedburg und Auenheim befand, der Kirche. In der Schenkungsurkunde ist der Ort als „Wylre“ genannt.

1404 wurde dort eine kleine Kapelle dem Heiligen Antonius von Padua geweiht.

Gumprecht II. von Neuenahr schenkte 1452 drei Franziskanerinnen die Kapelle mit einer anliegenden Wohnung. Er überließ den Schwestern zahlreiche Ländereien und stattete den Konvent mit verschiedenen Vorrechten aus. Die Schwestern machten aus der kleinen Bauern-Kapelle ein Kloster unter dem Patrozinium der Heiligen Luzia mit einer neuen Kapelle.

 

 

Der spätere Ortsname geht auf die Gründung des Klosters Frauweiler zurück

Durch reiche Stiftungen und Schenkungen wuchs die kleine Ansiedlung rasch an und zählte im Jahr 1476 30 Angehörige. Im gleichen Jahr traten die Schwestern zur Augustinnerregel über.

1488 wurde eine neue einschiffige spätgotische Klosterkirche von 25,10 Meter Länge geweiht.

Das Kloster Frauweiler gewann sehr schnell an Reichtum und Ansehen. Zwischen dem Konvent und dem Pfarrer von Auenheim gab es oft Streit wegen den Gottesdiensten. Der Streit wurde 1591 beigelegt. Graf Werner zu Salm, Herr zu Bedbur ordnete 1591 mit Zustimmung des Kölner Erzbischofs Ernst von Bayern an, dass am Pfingstdienstag aus den Pfarren Bedbur, Auenheim und Hüchelhoven eine Bitt-Prozession nach Frauweiler zu ziehen habe, „zur Ausrottung des Irrglaubens und zur Abwendung jeglichen Übels.“

 

Klosterkirche um 1893

 

Über die Jahre wuchs das Kloster. Ein Mädchenpensionat wurde eingerichtet und Landwirtschaft betrieben. Durch Kriege im 17 Jh. zerfiel das Kloster. Die Franziskanerinnen übergaben das Kloster an die Benediktinermönche. Unter Napoleon wurde das Kloster aufgelöst, Invaliden und Familien aus dem Elsass zogen nun ein. Aus dem Kloster wurde später eine normale Pfarrkirche, St. Luzia bis die Rheinbraun das Gotteshaus aufkaufte und es abbrach.

Über die Jahrhunderte hinweg war Frauweiler von der Landwirtschaft geprägt. Durch den Bergbau änderte sich dies aber. Etwa zur Mitte der 1950er Jahre war Frauweiler zum Wohnort für Industriearbeiter geworden. Ende der 60. Jahre wurde Frauweiler umgesiedelt.

Im Okt. 1970 grub sich der erste Bagger im Lößsonderbetrieb in Frauweiler ein. Die Ortschaft Frauweiler machte Platz für den einst größten Braunkohletagebau der Welt.

(Quelle: Wikipedia, Chronik der Stadt Bergheim “De Stat van Bergheim“).

 

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© Loni Schneider